ESV Blaugold Flörsheim e.V.

Die Geschichte des ESV Blaugold Flörsheim

Die Jahre 1953 - 1975

50 Jahre Eisenbahn-Sportverein.

Im November 1945 kam ich als Bahnunterhaltungsarbeiter (Bua) zur Bahnmeisterei Flörsheim. Mein Chef war Bahnmeister Bernd Hoffmann, mein Rottenführer war Willi Alt. Er war ein alter Flörsheimer und sagte eines Tages zu mir, "Ludwig wie wäre es, wenn wir den alten Eisenbahner-Verein von Flörsheim wieder ins Leben rufen würden?"
Gesagt, getan ...

 

Da Flörsheim schon immer eine große Eisenbahner-Gemeinde war und vor dem Krieg einen Eisenbahner-Verein hatte, der 1933 aufgelöst wurde, hatten wir schnell die Alten von damals mobilisiert. Eine Gründungsversammlung wurde einberufen. An einen Sportverein dachten die Gründer damals noch nicht. Die Tätigkeit des alten Vereins bestand darin, Frohsinn und Geselligkeit auszuüben und diese Tradition sollte weiter gefördert werden.
Wir begannen mit Kegeln auf einer alten Holzbahn im Hirsch. Unser erster Ausflug mit einem Sonderzug war nach Alf an die Mosel, die Bahnstation war Bullay. Fastnachtssitzungen und Theaterspiele fanden im Schützenhof statt.

 

Eines Tages wurden wir von der Bundesbahn-Direktion Frankfurt(Main) zurückgepfiffen. Wir trugen die alte Vereinsfahne bei Ausflügen und auch am Grabe wurde die alte Vereinsfahne gesenkt. Die alten Vereinssiegel waren auf unseren Briefköpfen. Das alles durfte nicht sein, denn es war ja Eigentum vom Eisenbahn-Sozialwerk. Das Vermögen der alten Eisenbahner-Vereine war 1933 ins Sozialwerk übergegangen.
Da kam uns ein Herrn Geißhardt von der BD Frankfurt(Main) zur Hilfe, er war der Sportdezernent der Bundesbahn-Direktion. Er empfahl uns mit seiner Hilfe den Eisenbahn-Verein Flörsheim in einen Eisenbahn-Sportverein umzubenennen und beim Amtsgericht eintragen zu lassen. Das war die Geburt des ESV Blaugold Flörsheim (Main) e.V.

 

Jetzt suchten wir natürlich nach einem eigenen Sportheim. Da kam uns der Bahnmeister Bernd Hoffmann zur Hilfe. Er zog aus der Bahnmeisterei aus und stellte uns seinen Garten als Baugrundstück zur Verfügung, um ein Keglerheim zu errichten. Alles war begeistert, der Bauplan wurde von Bernd gemacht und von der Bundesbahn-Direktion genehmigt. Wir hatten schon über 40 Mitglieder und schon ging es los.
Jeder der dienstfrei hatte, kam zur Baustelle. Im Nu war der Rohbau fertig. Da hatten wir wieder das Glück, dass zu dieser Zeit die Strecke Frankfurt(M) - Wiesbaden elektrifiziert wurde. Der Bauleiter der Strecke war Erich Hess aus Frankfurt-Griesheim, der auch bei uns Mitglied war und uns manchen Sack Zement und Kies zukommen ließ, denn das Geld für Baumaterial war knapp.
Es ging alles zügig voran, die Vereinsmitglieder opferten so manche freie Stunde. Hier muss ich besonders Philipp Rupp erwähnen, er war Sekretär auf der Bahnmeisterei der uns manchen Bauunterhaltungsarbeiter zum Bau abstellte. Konrad Göß vom Bahnhof Flörsheim war der Polier, der die Bauaufsicht übernahm.
Der Hauptverantwortliche am Bau und der Direktion Frankfurt gegenüber war immer der Architekt und Bauleiter Bernd Hoffmann, der leider im vergangenem Jahr (2002, Anm. der Redaktion) verstorben ist. Ohne ihn gäbe es heute kein Keglerheim, in dem er und wir so mache fröhlichen Stunden verbracht haben.

 

Zwischenzeitlich hatten wir eine Fußballabteilung, Schützenabteilung, Tischtennisabteilung und eine Keglerabteilung. Als die Kegelbahn fertig war und vom Deutschen Keglerverband anerkannt wurde, konzentrierte sich der ganze Sportbetrieb auf das Sportkegeln.
Innerhalb und außerhalb des Vereins wurden jetzt Meisterschaften ausgetragen. Fast jeder Sportler von uns hatte schon sein Sportabzeichen im Kegeln gemacht, mancher sogar doppelt. Der ESV Blaugold Flörsheim war also weit über Flörsheims Grenzen bekannt und wir hatten uns schon zu einer Größe gemausert und manchen Titel und Pokal geholt.

 

Den gastwirtschaftlichen Betrieb übernahmen unsere Frauen, jede Woche stand eine andere Familie hinter der Theke. Da war noch Idealismus vorhanden. Unser Ernst Dietz war ein hervorragender Kassierer und Einkäufer zugleich. Mit der Brauerei die uns mit Getränke belieferte verstand sich Ernst gut.

 

Im Jahr 1975 wurde ich in den Ruhestand versetzt. Zwei Jahre später musste ich aus gesundheitlichen Gründen den aktiven Sport aufgeben und die Vereinsführung in andere Hände geben.

 

Ich wünsche dem Verein weiterhin noch alles Gute, vor allem aber Gut Holz. (Ludwig Lauterbach)

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